Was passiert mit Unternehmenssoftware, wenn Künstliche Intelligenz (KI) zur wichtigsten Schnittstelle für Nutzer:innen wird? Auf der Dreamforce 2026 in San Francisco zeigte Salesforce eindrücklich, wie die klassische Benutzeroberfläche künftig in den Hintergrund rücken und der Unternehmenskontext zum wesentlichen Faktor werden wird.
Salesfive war vor Ort, als Salesforce CEO Marc Benioff gemeinsam mit führenden Persönlichkeiten der KI-Branche, darunter Anthropic CEO Dario Amodei und NVIDIA CEO Jensen Huang, die nächsten Schritte für das Agentic Enterprise vorstellte. Es ging um neue KI-Oberflächen, ein eigenes CRM-KI-Modell und die Frage, wie Unternehmen KI einfacher in ihre Geschäftsprozesse integrieren können.
AIforce: Salesforce Kontext dort, wo Nutzer:innen arbeiten
„KI führt zu einer Revolution der Benutzeroberflächen“, ordnete Marc Benioff die neuesten Entwicklungen ein.
Mit AIforce bietet Salesforce die technologische Voraussetzung dafür. Die Schnittstellenebene macht Salesforce Daten, Prozesse, Geschäftslogik und Governance in verschiedenen KI-gestützten Arbeitsumgebungen verfügbar. Nutzer:innen können damit auf den Salesforce Kontext zugreifen und Aktionen ausführen, ohne die klassische Anwendung öffnen zu müssen. Salesforce hatte AIforce erstmals auf der Entwicklerkonferenz TDX im April 2026 vorgestellt, damals noch unter dem Namen Headless 360.
Wie die Architektur es KI-Agenten jetzt ermöglicht, unabhängig von der Oberfläche zu arbeiten, zeigte Salesforce auf der Dreamforce anhand verschiedener Lösungen: Claudeforce bringt Salesforce Kontext direkt in Claude, Slackforce integriert Salesforce in Slack und Agentforce Coworker stellt agentische Funktionen innerhalb der Salesforce Umgebung bereit.
Besonders bemerkenswert ist dabei Claudeforce: Salesforce öffnet mit der Anthropic-Partnerschaft seine Plattform gezielt für eine externe KI-Oberfläche, die zum Ausgangspunkt für die Arbeit mit CRM-Daten und -Prozessen werden kann.

„Salesforce entwickelt sich weg von der einen zentralen Benutzeroberfläche für alle Prozesse und wird stattdessen zur Kontextschicht für KI. Daten, Prozesse und Aktionen werden dort verfügbar, wo Nutzer:innen hauptsächlich arbeiten, egal ob im CRM, Slack oder Claude.“
Weitere Dreamforce Highlights: Koa und vorkonfigurierte Agenten
Neben den neuen Interfaces stellte Salesforce das KI-Modell Koa vor, das es zusammen mit NVIDIA entwickelt hat. Es ist speziell auf CRM-Aufgaben ausgerichtet und soll KI-Agenten dabei unterstützen, komplexe Geschäftsprozesse zuverlässig auszuführen. Für das Training nutzte Salesforce nach eigenen Angaben synthetische statt echter Kundendaten.
Gleichzeitig treibt Salesforce die vereinfachte Einführung von KI-Agenten voran. Durch vorgefertigte und konfigurierbare Agenten für verschiedene Geschäftsbereiche, sollen Unternehmen sie leichter einführen und schneller mit konkreten Anwendungsfällen starten können.
Wie das in der Praxis aussehen kann, stellten Siemens CEO Roland Busch und Marc Benioff in ihrer gemeinsamen Keynote vor. Siemens und Salesforce verbinden Produkt- und Engineering-Wissen aus Siemens’ Teamcenter mit Kundeninformationen und Geschäftsprozessen in Salesforce. Man gebe den Mitarbeitenden einen virtuellen Ingenieur an die Hand, der Produktinformationen direkt in Vertriebs- und Serviceprozessen bereitstelle, so Busch.
Das Beispiel zeigt, wie wichtig der richtige Kontext für den Einsatz von KI ist. Je mehr relevante Informationen die KI erhält, desto gezielter kann sie Mitarbeitende bei ihren Aufgaben unterstützen.

Marc Benioff auf der Dreamforce 2026. Quelle: Salesforce
Unser Fazit zur Dreamforce 2026
Salesforce entwickelt seine KI-Strategie weiter. KI wird darin immer mehr zum Zugangstor zu Unternehmensdaten und -prozessen. Zeitgleich öffnet sich die Plattform für unterschiedliche Arbeitsumgebungen und KI-Modelle.
Für Unternehmen ergeben sich dadurch zusätzliche Möglichkeiten, KI in bestehende Geschäftsprozesse zu integrieren und Mitarbeitende direkt in ihren gewohnten Arbeitsumgebungen zu unterstützen. Die technische Bereitstellung wird einfacher. Und dennoch bleiben die Auswahl geeigneter Anwendungsfälle und die Integration in bestehende Systemlandschaften essenziell.
Die Dreamforce 2026 hat gezeigt: Je stärker KI zur Schnittstelle zwischen Menschen und Software wird, desto wichtiger wird ihr Unterbau. Verlässliche Daten, integrierte Prozesse und eine klare Governance schaffen die Voraussetzungen dafür, dass KI-Agenten mehr als Antworten liefern und Aufgaben eigenständig und zuverlässig übernehmen.




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