On-Premise vs. Cloud: Was ist besser?

Erschienen am

08. Februar 2024

Lesezeit

10 Minuten

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Auf einen Blick

  • Unter Cloud bzw. Cloud-Computing versteht man die internetbasierte Bereitstellung von Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als Dienstleistung.
  • On-Premise-Lösungen werden auf dem unternehmenseigenen Server installiert, in „den eigenen Räumlichkeiten“.
  • Der Kompromiss aus beiden Möglichkeiten sind Hybrid-Modelle: Wenn Ihre Anforderungen weder durch private noch durch öffentliche Cloud-Lösungen komplett abgedeckt sind, entscheiden Sie sich für das Beste aus beiden Welten.
  • Kostentechnisch sind Cloud-Lösungen die günstigere Variante, da bei On-Premise-Lösungen viele versteckte Kosten auftauchen können, mit denen man zunächst nicht rechnet.

Vor- und Nachteile

Cloud

On-Premise

Vorteile

Der Cloud-Computing-Anbieter ist verantwortlich für das Hosting, die gesamte IT-Infrastruktur sowie Wartung und Sicherheit

Vollständige und alleinige Kontrolle über die eigenen Unternehmensdaten

User können standortunabhängig und von jedem internetfähigen Gerät auf die Software zugreifen

Datenzugriff setzt keinen Internetzugang voraus, auch offline bedienbar (Cloud-Lösungen bieten allerdings ähnliche Offline-Möglichkeiten an)

Skalierbarkeit: Zusätzliche Nutzer:innen und / oder Anwendungen können einfach und schnell hinzugefügt werden

Starke Möglichkeiten zur Personalisierung

(Anbieterbedingt) höhere Sicherheitsstandards

Hoher Datenschutz: keine Weitergabe von Daten an Dritte

Nachteile

Vertrauen in den Anbieter muss gegeben sein: eingeschränkte Kontrolle über die Speicherung der eigenen Daten

Die alleinige Kontrolle geht mit Eigenverantwortung und dauerhafter Mehrarbeit einher: Anpassung, Erweiterung, Wartung, Updates liegen beim Unternehmen selbst

Weniger Möglichkeiten zur Personalisierung

Datenschutz ist hoch, ebenso aber auch der mögliche Verlust von Daten

Ein Internetzugang ist für Cloud-Lösungen unabdingbar, ohne diesen kann man nicht mit der Software arbeiten

On-Premise vs. Cloud: Was ist besser?

Software-as-a-Service (SaaS) ist ein Lizenz- und Vertriebsmodell, mit dem Software-Anwendungen in der Cloud, also über das Internet, als Service angeboten werden. Auf der Gegenseite stehen On-Premise-Lösungen, welche auf dem Server des jeweiligen Unternehmens installiert und von diesem selbst verwaltet werden. Die Entscheidung eines Unternehmens für eine On-Premise- bzw. für eine Cloud-Lösung, ist keine leichte. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die Unternehmen bei dieser Entscheidung beachten müssen, um Datensicherheit und -zugänglichkeit für Mitarbeitende zu gewährleisten. Beide Varianten gehen mit Vor- und Nachteilen einher. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen auf, was es zu beachten gilt. 

Was ist eine Cloud-Software?

„Cloud-Computing ist die Bereitstellung von Computing-Services wie Software, Datenbanken, Server und Netzwerke über das Internet. Damit können End-User von überall auf Software und Anwendungen zugreifen. Software-as-a-Service (SaaS) ist ein Lizenz- und Vertriebsmodell, mit dem Software-Anwendungen über das Internet, d. h. als Service, angeboten werden.“ – Salesforce 

Demnach versteht man unter einer Cloud bzw. Cloud-Computing die internetbasierte Bereitstellung von Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als Dienstleistung. Genutzt wird die Cloud hauptsächlich über Programme auf den jeweils zugreifenden Geräten und über einen Webbrowser. Es ist lediglich eine Internetverbindung erforderlich. Wartung und Pflege der zugrundeliegenden Architektur liegen beim Anbieter. Daher ist ein großes Vertrauen an diesen erforderlich, denn die Kontrolle über die unternehmenseigenen Daten wird zunächst einmal abgegeben. 

Für wen ist Cloud-Software geeignet?  

Erst einmal gilt, dass eine Cloud-Software für Unternehmen jeglicher Branche und Größe geeignet ist. Gerade die Individualisierbarkeit und Skalierbarkeit von Cloud-Lösungen machen dies möglich. Dennoch kann eine Cloud-Software für bestimmte Unternehmen und in bestimmten Phasen besser geeignet sein, als für andere. Vor allem die Fertigungsindustrie profitiert von Cloud-Lösungen – die Gegenwart der Branche ist digital und wird in Zukunft noch viel digitaler werden.

Hier gilt: Eine Cloud-Software ist besonders geeignet für Unternehmen,

  • die eine schnelle Einführung und Umsetzung der Software benötigen, 
  • die eine webbasierte und ortsunabhängige Nutzung gewährleisten möchten, 
  • die den flexiblen Zugriff von mobilen Endgeräten aus gewährleisten möchten und
  • deren Produkte und Services häufig und in beide Richtungen skaliert werden müssen. 

Vor- und Nachteile von Cloud-Software

Vorteile

  • Der Cloud-Computing-Anbieter ist verantwortlich für das Hosting, die gesamte IT-Infrastruktur sowie Wartung und Sicherheit
  • Keine Investitionen in die Infrastruktur
  • Skalierbarkeit: Zusätzliche Nutzer:innen und / oder Anwendungen können einfach und schnell hinzugefügt werden
  • User:innen können standortunabhängig und von jedem internetfähigen Gerät auf die Software zugreifen
  • (Anbieterbedingt) höhere Sicherheitsstandards

Nachteile

  • Die Kontrolle über das Hosting der eigenen Daten ist eingeschränkt, daher muss Vertrauen in den Anbieter gegeben sein
  • Weniger Möglichkeiten zur Personalisierung
  • Kosten für den eigenen Server fallen weg, dafür entstehen monatliche / jährliche Kosten gegenüber dem Anbieter
  • Ein Internetzugang ist für Cloud-Lösungen unabdingbar, ohne diesen kann man nicht mit der Software arbeiten

Was ist eine On-Premise-Software?

On-Premise heißt übersetzt zunächst einmal, dass etwas „in den eigenen Räumlichkeiten“, sozusagen vor Ort stattfindet. On-Premise-Lösungen stehen also auf der Gegenseite zur Cloud bzw. zu Cloud-Computing. Denn die jeweilige Software, zum Beispiel ein SAP-System, wird bei On-Premise-Lösungen auf dem unternehmenseigenen Server installiert. 

Viele Unternehmen, die On-Premise-Software nutzen, tun dies schon jahrzehntelang, sind an die Nutzung der Software auf den eigenen Systemen gewohnt und hatten damit auch noch nie Probleme. Das Produkt wird gekauft, installiert und man kann über mehrere Jahre damit arbeiten.  

Für wen ist On-Premise-Software geeignet?  

Das Softwaremodell On-Premise galt lange Zeit als Standard-Modell, jedoch wird es in der digitalen Welt immer mehr von SaaS und Cloud-Lösungen abgelöst. Für bestimmte Branchen und Nutzer:innen ist dieses Modell aber trotzdem noch gut geeignet und hat Vorteile. 

On-Premise-Software eignet sich besonders für Unternehmen, 

  • die ihre IT (inklusive Wartung usw.) nicht outsourcen können oder möchten, 
  • die auch ohne Internetverbindung bzw. Zugang auf ihre Daten zugreifen möchten und
  • die vollständige Unabhängigkeit und alleinige Verantwortung für Daten, Soft- und Hardware gewährleisten können. 

Vor- und Nachteile von On-Premise-Software

Vorteile

  • Vollständige und alleinige Kontrolle über die eigenen Unternehmensdaten
  • Datenzugriff setzt keinen Internetzugang voraus, auch offline bedienbar (Cloud-Lösungen bieten allerdings ähnliche Offline-Möglichkeiten an)
  • Starke Möglichkeiten zur Personalisierung
  • Hoher Datenschutz: keine Weitergabe von Daten an Dritte
  • Mit dem Kauf der Software entstehen keine weiteren laufenden Kosten

Nachteile

  • Die alleinige Kontrolle geht mit Eigenverantwortung und dauerhafter Mehrarbeit einher: Anpassung, Erweiterung, Wartung, Updates liegen beim Unternehmen selbst.
  • Zwar keine laufenden Kosten, dafür aber hohe Personalkosten durch den Betrieb eines eigenen IT-Bereichs.
  • Ressourcen der eigenen Developer:innen: müssen ausführlich gebrieft werden, sich sehr gut mit dem System auskennen und ausreichend Zeit eingeplant bekommen, um das System zu optimieren und up-to-date zu halten.
  • Datenschutz ist hoch, ebenso aber auch der mögliche Verlust von Daten.

On-Premise vs. Cloud im Kostenvergleich 

Kommen wir nun zum Kostenvergleich der beiden Möglichkeiten. Für viele Unternehmen sind die Kosten ein entscheidender Faktor für oder gegen eine Software-Lösung. Hierfür haben wir für Sie ein Rechenbeispiel, damit Sie sich dazu selbst ein Bild machen können.

Wir nehmen an, dass eine Cloud-Lösung für ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitenden 5 Euro pro Monat und Nutzer:in kostet. Das sind jährliche Gebühren von 600.000 Euro. Stellen wir jetzt diese Kosten den Ausgaben einer On-Premise-Lösung von 800.000 Euro (für die einmalige Investition in Hard- und Software) sowie jährliche Software-Lizenzgebühren von 100.000 Euro gegenüber, ergibt sich der folgende Kostenvergleich.

Cloud

On-Premise

Jahr 1

600.000 €

900.000 €

Jahr 2

1.200.000 €

1.000.000 €

Jahr 3

1.800.000 €

1.100.000 €

Hier kommt es auf die versteckten Kosten an, die man oft nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Am Beispiel sieht man, dass die Cloud-Lösung auf kurz oder lang die kostengünstigere Variante ist.

Fazit

Wir als Digitalisierungsberatung empfehlen grundsätzlich eine Cloud-Lösung. Cloud-Computing und Cloud-CRM-Systeme sehen wir aufgrund der zahlreichen Potenziale und der Abteilungs-, Mitarbeiter- und ortsübergreifenden Funktionalität als Zukunft einer jeden Unternehmensdigitalisierung und als einen optimalen Einstieg in das digitale Kundenmanagement an. 

Cloud und Cloud-Lösungen wappnen Unternehmen vor möglichem Datenverlust und erzeugen keinen Mehraufwand durch die Instandhaltung der Software. Zu oft haben wir bereits bei Kund:innen festgestellt, dass Insellösungen im Unternehmen transparente Kommunikation zurückhalten und dass verschiedene Abteilungen nicht ausreichend vernetzt sind, um effektiv und produktiv arbeiten zu können. Die Vorteile von Cloud-Lösungen überwiegen für uns deutlich im direkten Vergleich mit den Vorteilen von On-Premise-Lösungen. Sie sind noch nicht überzeugt? Vereinbaren Sie noch heute ein Expertengespräch und wir erklären Ihnen die Vorteile einer Cloud-Lösung in Ruhe. 

Hybrid-Lösungen  

Zuletzt möchten wir Ihnen noch einen Kompromiss vorstellen, wenn Ihre Unternehmenspolitik vorsieht, nicht auf eine On-Premise-Lösung verzichten zu wollen. Mit einer gemischten Rechen-, Speicher- und Serviceumgebung minimieren Sie die Nachteile beider Optionen. Eine Hybrid-Cloud verfügt über eine lokale Infrastruktur, private Cloud-Dienste und einer öffentlichen Cloud, wie Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure. Wenn Ihre Anforderungen also weder durch private noch durch öffentliche Cloud-Lösungen komplett abgedeckt sind, entscheiden Sie sich für einen Hybrid-Cloud-Ansatz. So müssen Sie nicht zwischen On-Premise vs. Cloud wählen. 

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